Tausende toter Fische auf deutschem Fischerboot entdeckt

Nach unseren Recherchen ist der Handel mit
toten Fischen ein weltweites, und nicht
nur ein rein deutsches Problem.
Büsum (brez) - Diesen Anblick wird Helga K. und ihre Familie aus Stuttgart wohl nie mehr vergessen! Über Pfingsten war Ehepaar K. mit seinen drei kleinen Kindern Erwin (43) Paul (29) und Ingrid (36) an die Nordsee gereist. "Wir dachten, wir tun unseren Kindern etwas Gutes, wenn wir in eine Gegend reisen, in der die Welt noch in Ordnung zu sein scheint. Aber ihre Erwartungen wurden bitter enttäuscht. Aus einer Woche Traumurlaub in Büsum wurde ein Albtraum. Bereits am ersten Morgen nach ihrer Anreise wollte die Familie einen entspannten Ausflug an den Hafen machen. Dort lagen um diese Zeit bereits wieder die ersten Fischerboote im Hafen und glänzten in der warmen Morgensonne. 

"Um mehrere Boote hatten sich einzelne Menschen mit Körben und Taschen versammelt. Als wir uns näherten, um zu sehen was dort los war, stockte uns der Atem. Die Fischer auf ihren Booten handelten dort in aller Öffentlichkeit mit toten Fischen - in unglaublich großen Mengen - welche die Menschen in ihren Körben und Taschen davon schleppten", erzählt die Mutter aus Schwaben mit zittriger Stimme, "meine kleine Ingrid musste sofort spucken, als sie die toten Tiere sah. Auch unserem ältesten, dem Erwin, ging es nicht gut. Er fing sofort an zu weinen. Auch mir wurde schlecht. Nur mein Sohn Paul und mein Mann hatten sich einigermaßen im Griff und konnten so einige verschwommene Beweisfotos schießen, die wir den örtlichen Behörden übergeben wollten." Die tierliebe Familie aus Süddeutschland war bisher immer der Meinung, dass Fischer mit ihren Fischerbooten nur lebende Fische für Aquarien und Zoos fangen würden. "Wir hätten niemals gedacht, dass deutsche Fischer auch mit toten Fischen Geld machen."

"Meine Kinder und mich trifft so ein Erlebnis besonders schwer, da wir unter den Sternzeichen der Meeresfrüchte geboren wurden: Fische (Paul), Krebs (Erwin) und Wassermann (Ingrid). Wir fühlen da ganz anders, viel intensiver mit," erklärt die dreifache Mutter, die selbst im Sternzeichen der Fischfrikadelle geboren worden ist.

Als die Familie ihre Entdeckung jedoch den örtlichen Behörden melden wollte, traf sie der nächste Schock. "Die Beamten nahmen uns offensichtlich nicht ernst und manche von ihnen aßen sogar - obwohl unsere kleinen Kinder anwesend waren - genussvoll ihre mit totem Fisch belegten Fischbrötchen, und einer von ihnen sogar Krabbensalat mit Sauce", erinnert sich Helga K. angewidert. Die verärgerte  Familie K. reiste daraufhin noch am selben Tag ab und fuhr auf direktem Weg zurück nach Stuttgart - mit dem großen Verlangen nach Käsespätzle, Maultaschen und Linsen mit Spätzle. Davor aber stärkten sie sich noch am Drive-In eines Fast-Food-Restaurants mit fischfreien Hamburgern, fischfreien Chicken Wings und fischfreien Fischstäbchen, um sich von den schrecklichen Bildern in ihren Köpfen wenigstens für einen kurzen Moment abzulenken.