Flüstern für den Waldfrieden

Dieses Schild wird einem im kommenden
Jahr auf vielen Brezelinger-Waldwegen
begegnen
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Brezelingen (brez) - "Flüstern für den Waldfrieden" - so nennt sich der neue Slogan des Brezelinger Forstamtes. Die Gemeinde auf der Schwäbischen-Alb geht neue Wege. In einem Feldversuch werden für ein Jahr bestimmte Waldwege nur noch für flüsternde Waldbesucher freigegeben. Flüstern bedeutet in Brezelingen, dass man nicht lauter als 40 Dezibel reden darf. "In den vergangenen Jahren sind immer mehr Gruppen im Wald aufgetaucht, die durch ihre lautstarken Unterhaltungen akustisch mit mehr Dezibel auf die Natur eindroschen als es ein startendes Flugzeug je könnte", erzählt Förster Tannenzapf, "vor allem die Nordic-Walking-Gruppe des Brezelinger-Frauenkreises toppte bisher durch ihr Gezeter alles menschlich Vorstellbare." 

Laut dem Brezelinger Förster gibt es inzwischen kaum noch Wild in den Brezelinger Wäldern. "Nur noch die Tauben sind geblieben", scherzt der schrullige Waldschrat. Ob sich die Brezelinger Frauengruppe zukünftig an das Flüstergebot halten wird, kann noch keiner sagen. "Die ohrenbetäubenden Unterhaltungen der Brezelinger Sportlerinnen sind das eine große Problem, aber mir ihren Nordic-Walking-Stöcken, welche die Damen nur hinter sich herschleifen, reißen sie tiefe Rillen in die Waldwege, sodass ich selbst mit meinem Geländewagen kaum noch durchkomme. Manchmal muss ich sogar meine Seilwinde benutzen, weil ich mich in den tiefen Rillen festgefahren habe", berichtet der Brezelinger Forstmann.
"Inzwischen macht mir mein Job so keinen Spaß mehr", beklagt sich Tannenzapf, dessen Leben schon immer der Wald gewesen ist. "Ich habe in letzer Zeit schon öfters dran gedacht, mich zu erschießen - selbstverständlich mit Schalldämpfer". 

Stopp!!! - Soweit darf es nicht kommen. Die Hoffnung stirbt zuletzt! Und wir haben als allwissende Zeitung gute Neuigkeiten für Tannenzapf: Im kommenden Februar eröffnet in Brezelingen ein neues Schuhgeschäft - mit angeschlossener Konditorei. Dann sind die Damen mit Sicherheit für ein paar Monate andersweitig beschäftigt. Bis Juni 2016 würde reichen, denn dann geht der rüstige Förster in seinen wohlverdienten Ruhestand.