Selbstschälende Eier – Nicht nur zu Ostern ein Hit!

Lecker! - Nach nur wenigen Augenblicken hat
sich das Ei selbst geschält. Schade, dass es
sich nicht auch noch selbst würzt.
Brezelingen (brez) – „Geschafft!“, erleichtert streckt Ignazio Gauggel seine Hände gen Himmel. - In jeder Hand ein Ei der neuesten Self-Peeling-Generation. Gerade noch rechtzeitig vor Ostern ist es dem Bio-Bauern aus Brezelingen gelungen, seine selbstschälenden Eier der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Ja, Sie haben richtig gelesen: Selbstschälende Eier! Aber wir soll das funktionieren? Da fragen wir doch am besten den Erfinder selbst. „Ganz einfach war das nicht“, antwortet der Bio-Hühnerzüchter, „jahrelang habe ich im Labor herumexperimentiert. Zu Anfang versuchte ich noch, Hühner-Embryos mit Enzymen von Peeling-Cremes zum impfen. Danach schlüpften aus den Eier aber Küken ohne Federn“, erinnert sich Gauggel. 

Er erzählt uns stundenlang von seinen Versuchen, seinen Misserfolgen und den hartnäckigen Pickeln auf den Po-Backen seiner Frau. Wir erfahren alles über den gesprächigen Schwaben, nur nicht sein Geheimnis, was seine Eier dazu bewegt, sich selbst zu schälen. Erst mit Nachdruck und nach Unmengen an gekochten Eiern, die wir während des Interviews essen, dazu noch mehrere Flaschen seines selbstgemachten Eierlikörs, lockert sich die Zunge Ignazios. „Eschibischionismusch, lallt der sympathische Schwabe mit glasigem Blick. Nach vielen Fehlversuchen, seine Zunge wieder in den Griff zu bekommen, gelingt es ihm, uns verständlich aufzuschreiben, was er uns mitteilen möchte. „Exhibitionismus“, schreibt er mit Ketchup und Zeigefinger auf den Tisch. 

Nach sechs Flaschen Ketchup und vielen verschmierten Wänden, vom Wohnzimmer übers Schlafzimmer, von der Küche bis zum Flur, gelingt es Ignazio Gauggel, uns klarzumachen, dass er die Gene verschiedener Exhibitionisten mit denen seiner Hühner gekreuzt hat. Mit Erfolg! 
Seitdem schälen sich die Eier vom Geflügelbetrieb Gauggel ganz von alleine aus ihrer Pelle - und das nicht nur vor Frauen. 

Nachdem der betrunkene Bio-Bauer ketchupverschmiert auf dem Flurboden eingeschlafen ist, verlassen wir ihn. - Eierlikör ist sowieso keiner mehr da. Zurück geht es für uns mit dem Taxi. Unser Auto holen wir morgen bei ihm ab - vielleicht. Oder nächste Woche. 
Wer weiß, vielleicht hat er ja bis dahin eine selbsttapezierende Tapete erfunden. Zu wünschen wäre es ihm. Und nicht nur ihm – auch seinem Haus.