Selbst ist das Huhn: Schwäbische Frauen legen zu Ostern ihre Eier selbst

Stolz präsentierte Petra L. am
23.11.14 ihr erstes selbst
gelegtes Ei.
Brezelingen (brez) – Auch dieses Jahr geht die Bevölkerung von Brezelingen wieder einen ungewöhnlichen Weg, um Alternativen zu herkömmlichen Ostereiern aufzuzeigen. Waren es im vergangenen Jahr noch die gefärbten Bananen, so geht in diesem Jahr der Trend zu selbst gelegten Eiern. Die Idee dazu hatten Yoga-Lehrerin Janine K. und ihre Kursteilnehmerinnen bei einer Yoga-Stunde. „Die Teilnehmerinnen scherzten mal wieder - wie üblich - unterhalb der Gürtellinie, und kicherten dazu wie die Hühner. Eine der Frauen machte deshalb einen Witz darüber, dass manche der Schülerinnen nicht nur so dasäßen, als ob sie gerade ein Ei legen würden, sondern auch die passenden Geräusche dazu machten“, erzählt uns Janine kichernd. Da die meisten der Yoga-Gruppe einen sehr bewussten und achtsamen Lebensstil praktizieren, dabei sehr viel Wert auf gesunde Lebensmittel und artgerechte Haltung von Tieren achten, dauerte es nicht lange, bis die Idee mit den selbst gelegten Eiern geboren bzw. gelegt war. 

Die Damen machten sich knapp 9 Monate lang im Internet, bei Medizinern und Wissenschaftlern schlau, wie man es als Frau schaffen könnte, selbst Eier zu legen. Nach vielen Experimenten mit Kalziumkonzentrat-Mischungen, natürlichen Färbemitteln, natürlichen Geflügelhormonen und den geeigneten Yoga-Übungen, legte am 23. November 2015, die 24-jährige Petra L. das erste grüne Ei auf ihrer Yoga-Matte. „Die anderen Teilnehmerinnen waren gerührt, als sie das Ei sahen, andere wiederum sahen das Ei bereits gerührt in einer Pfanne (sagten dies aber nicht) – vor allem der stämmige Herta floss beim Anblick des Ei's der Speichel aus den Mundwinkeln. Bei den anderen jedoch flossen die Tränen, und manche der Yoga-Frauen meinten sogar, Ähnlichkeit mit der Mutter im Gesicht des Ei's zu erkennen“, erinnert sich Janine mit feuchtem Blick, „es war ein sehr emotionaler Moment, und viele der Anwesenden liefen wild durch den Gymnastikraum und machten mit ihren Arme seltsame Bewegungen, als wollten sie fliegen. Liebevoll wurde das Ei getätschelt, bis es schlussendlich einen Sprung hatte. Einen Eisprung", scherzt die 28-jährige Yoga-Lehrerin.

"Erst als Hr. Fuchs, der Leiter unserer VHS, an die Tür klopfte, kehrte wieder Ruhe ein. Ja, so fing alles an“, erinnert sich Janine, „der Rest ist schnell erzählt.“ Nachdem das erste Ei also gelegt worden war, gingen auch die anderen Brezelingerinnen „in Produktion“, wie sie es selbst scherzhaft beschreiben. Zwischenzeitlich haben die meisten der Brezelinger Yoga-Damen genug Eier gelegt, um Ostern 2015 ihre Wohnungen und Vorgärten damit zu schmücken. "Die Brezelinger Männer wissen natürlich nichts davon“, lässt mich Yoga-Lehrerin Janine wissen, „die würden nur neidisch werden, weil sie nicht der Hahn im Korb sein dürfen. Aber wir brauchen keinen Hahn, um Eier zu legen. Das schaffen wir ganz alleine“, gackert die hübsche Janine, während sie mit ihrem rechten Bein scharrt, als ob sie etwas ausgraben möchte. 

Hoffentlich haben die „natürlichen Geflügelhormone“ keine allzu großen Nebenwirkungen, denke ich, und während ich mich dabei am Kopf kratze, merke ich, wie mir der Kamm anschwillt. Ich muss dringend hier weg. - Frohe Ostern!