Trinkgeldpflicht für Einbrecher! - Das fordert zumindest der Verband der selbständigen Wertsachen-Entsorger-Südwest

Der selbständige Wertsachen-Entsorger
Paul U. macht sich Sorgen um seine
berufliche Zukunft.
Stuttgart (brez) – Der Verband der selbständigen Wertsachen-Entsorger-Südwest fordert die Einführung einer Trinkgeldpflicht für Einbrecher. Immer öfter werden die kreativen Handwerker beim Eindringen in Häuser und Wohnungen durch einbruchsichere Installationen an ihrem Vorhaben gehindert. „Ich beobachten oft stunden- oder tagelang interessante Objekte, bevor ich mit meiner Arbeit beginne. Diese Zeit wird mir von niemandem bezahlt“, jammert Paul U., 38 Jahre alt und Vater von 8 Kindern. Aber oft sind seine Vorbereitungen vergebens, weil aus verschiedenen Gründe der Bruch nicht klappen will - das passiert ihm immer öfter. In den letzten Jahren verdrängen zudem immer mehr Konkurrenten aus dem benachbarten Ausland die lokalen Einbrecher. „Die gehen dann in ihre Heimatländer zurück, wo sie deutlich geringere Lebenskosten haben als wir hier. Denen reicht schon die Hälfte der Beute, um ihre Familien zu ernähren“, beschreibt Paul U. die Situation. Aber er muss ebenfalls seine Familie versorgen. Doch nicht nur er und seine Kollegen machen sich Sorgen, sondern auch immer mehr Hausbesitzer hegen die Angst, dass die deutschen Einbrecher bald vom Arbeitsmarkt verschwinden könnten. „Es ist schon etwas anderes, wenn man die Einbrecher persönlich bzw. vom Sehen her kennt“, äußert sich ein aufmerksamer Anwohner, der selbst in einem luxuriösen Wohngebiet lebt, „man kann sich die Gesichter einfach besser merken“. Auch die Polizei hat es leichter, wenn sie ihre Pappenheimer schon früher einmal gesehen hat. Wie also das Überleben der deutschen Einbrecher sichern? Das geht ganz einfach, meint zumindest der Verband der selbständigen Wertsachen-Entsorger-Südwest: durch Trinkgelder. Wenn jeder Immobilienbesitzer nur hundert Euro an eines seiner gesicherten Fenster hängen würde, wäre damit bereits die halbe Woche einer Einbrecher-Familie gesichert. Zudem würden dann viele Wertsachen-Entsorger gar nicht erst versuchen einzubrechen und somit auch keinen Schaden anrichten. Es liegt also in unseren Händen. Oder ist es uns egal, wenn wir schon wieder ein altes deutsches Handwerk verlieren? "Wenn sich nicht bald etwas ändert, wandere ich auch ins benachbarte Ausland ab, und werde eben zum Pendler wie die anderen", seufzt Paul U., als er mir meine Brieftasche aus der Jacke entwendet. Aber das störte mich nicht, er muss ja auch irgendwie über die Runden kommen.