Wenn die Liebe Werbung macht:
Amor nervt glückliche Singles mit lästigen Werbeanrufen

Betrübt blickt Amor in die Zukunft.
Der Hartz IV - Empfänger hat nicht
einmal genügend Geld, um sich sein
Tattoo nachstechen zu lassen.
Brezelingen (brez) – Es ist schon verdammt nervig, wenn einem ein Produkt aufgedrängt wird, das man gar nicht braucht – und noch schlimmer: Ein Produkt, das einen unglücklich macht. Wenn Sie auch so denken, dann können Sie vermutlich nachempfinden, wie es inzwischen Millionen von glücklichen deutschen Singles geht. Tag und Nacht werden sie von einem gewissen Amor angerufen, der ihnen die Liebe schmackhaft machen möchte. Der kleine, rundliche Kerl, der hinter dem Namen Amor steckt, ist aber selbst unheimlich verzweifelt. Seit die EU ihm verboten hat, dass er weiterhin mit Pfeil und Bogen arbeitet, sucht er verzweifelt nach neuen und modernen Vertriebswegen. So verschickt er inzwischen anstatt Pfeilen SMS oder ruft potentielle Interessenten rund um die Uhr an. Aber in Zeiten, in denen Geld, Erfolg und Freiheit wichtiger sind als die Liebe, hat es auch der kleine Kerl sehr schwer. Was ihm seine Arbeit aber am meisten erschwert, ist die Tatsache, dass er potentielle Interessenten nicht mehr so einfach mit - in Liebesdrogen getränkten - Pfeilen anfixen kann. "Daran sind vor allem die neuen Waffen- und Drogengesetze der EU schuld", jammert der altledige - mittlerweile auch selbst ein wenig in die Jahre gekommene, Bursche, „mit den modernen Vertriebswegen ist das unmöglich. Wenn es so weiter geht, dann werde ich Scheidungsanwalt. Dann habe ich wenigstens eine dankbare Arbeit, und einen Job mit Zukunft!“, lässt uns der pummelige, kleine Single frustriert wissen und versucht erfolglos mit seinen kleinen Flügelchen abzuheben. Auch er scheint aus Frust ein bisschen an Gewicht zugelegt zu haben. Diesen Verdacht untermauern auch die vielen Schokoriegel, die er sich während unseres Interviews - beinahe im Minutentakt - in den Mund gestopft hat.