Gedopter Ex-Riesenrad-Profi baut Unfall im Kreisverkehr

Bereits in der Kirmes-Liga
war Franz ein sehr
erfolgreicher Riesenradler.
Sigmaringen / Brezelingen (brez) – Der frühere Riesenrad-Profi Franz-Eugen Rollig, hat mit Weichspüler im Blut einen Unfall verursacht. In einem Kreisverkehr in Sigmaringen, drehte er in der Nacht von Montag auf Dienstag - unter Einfluss von illegalem Weichspüler - zu schnell seine Runden, und wurde mit seinem Elektromobil aus der Bahn geworfen. Verletzt wurde zum Glück niemand, aber seinen Führerschein ist er jetzt erst einmal los. Dass der frühere Riesenrad-Profi bereits seit vielen Jahren Waschmittelprobleme hatte, war bekannt. Bereits 2007 wurden dem ehemaligen Riesenradler, wegen Verdacht des Waschmittel-Dopings, alle früheren Erfolge seiner Karriere aberkannt. Rollig war besonders in den 90-Jahren ein großer und hoffnungsvoller Star der Riesenrad-Szene, nachdem er 10 Monate am Stück und ohne Pausen, im selben Riesenrad seine Runden drehte. Nach diesem ersten Sieg der „Tour de Riesenrad“ in Wien - im Jahre 1993 - bei dem er bereits in den ersten Monaten unglaubliche Etappen-Siege einheimste, wurde Franz-Eugen zum Star der Medien. 

Bereits als kleiner Junge schaffte der kleiner Franz-Eugen, der aus dem heimeligen Brezelingen auf der Schwäbischen-Alb stammt, Unglaubliches. Als Kind geriet er versehentlich in die Waschmaschine seiner Oma und überstand einen Schleudergang bei 40° Grad ohne Probleme. „Schon damals wusste wir, dass aus dem Jungen mal etwas Großes werden wird“, berichtet die Mutter von Franz-Eugen - sinngemäß - in fast unverständlichem schwäbisch. Vermutlich war es das Waschmittel, welches Franz-Eugen Rollig diesen Schleudergang so gut überstehen ließ. Danach ließ sich der kleine und ehrgeizige Franz-Eugen regelmäßig in der Waschmaschine einsperren, um zu trainieren. „An guten Tagen überstand er sogar Waschgänge mit 90° Grad. Die waren ihm dann schlussendlich aber doch ein bisschen zu heiß, weshalb er recht früh wieder damit aufhörte“, erinnert sich seine Mutter (wieder auf schwäbisch). Erst als er für die Waschtrommel zu groß wurde, stieg Rollig im Alter von 13 Jahren zuerst als Amateur, und bereits vier Jahre später - mit 17 Jahren - als Profi in den deutschen Riesenrad-Sport ein. Nachdem seine Leistungen immer besser wurden, verließ Franz-Eugen bereits 1992 die Kirmes-Liga und schaffte ohne Mühe den Aufstieg in die internationale Liga der Riesenrad-Profis. 

Nach seinem allerersten internationalen Erfolg - 1993 auf dem Wiener Prater - galt er bereits 1 Jahre später als Top-Favorit bei der Britischen „Tour of the Big-Wheel“ im Londoner Riesenrad. Dort war Rollig der erste Schwabe der es schaffte, die anderen Teilnehmer in allen Bergetappen hinter sich zu lassen. Während sich seine Gondel mit stetiger Geschwindigkeit nach oben bewegte, befanden sich die anderen Riesenrad-Profis als Gruppe ständig in den Gondeln hinter ihm. Wie er es damals schaffte, eine Gondelkabine für sich alleine zu ergattern, ist vielen heute noch ein Rätsel. Dadurch war er auch der Beste in der Einzelwertung. Viele Zeitungen schrieben damals von Bestechungsgelder, die er dem Kartenabreißer zugesteckt haben soll. Dieser Vorwurf konnte aber niemals bewiesen werden. Als eine Kommission den verdächtigen Kartenabreißer vernehmen wollte, war diesem bereits einen Tag zuvor, von einem Unbekannten, der Mund mit Seife ausgewaschen worden. 

Franz-Eugen Rolligs Karriere blieb deshalb unbehelligt, und konnte in den Jahren danach sogar als Bilderbuch-Karriere bezeichnet werden. Immer wieder durfte er, aufgrund seiner hervorragenden Leistungen, die gelben Socken tragen. Jahrelang ging alles gut, bis 2006 ein Waschmittel-Doping-Skandal aufdeckte, dass Rollig sich bereits seit seiner Kindheit mit verbotenen Waschmitteln gedopt hatte. Dadurch hatte er immer ein reines Gewissen, und war sich deshalb nie einer Schuld bewusst. Trotzdem wurde er 2007 vom Internationalen Riesenrad-Sportgericht schuldig gesprochen. Danach musste er alle seine gewonnenen Titel abgeben. Seit 2009 betreibt Franz-Eugen einen Waschsalon am Bodensee. Seit sich sein Leben wieder im Kreis bzw. in Ellipsen dreht, ist er wieder einigermaßen glücklich - bis auf die Waschmittelsucht, die ist geblieben. Vielleicht bekommt er ja mildernde Umstände, wenn seine Sucht vom Gericht als Berufskrankheit eingestuft wird.