Sondereinheit sprengt unbeaufsichtigten Opa auf Bahnhof

Auf dieser Bank wurde
der Greis von Unbekannten
zurückgelassen.
Schwäbische-Alb (brez) – Auf einem kleinen Bahnhof auf der Schwäbischen-Alb ist gestern Abend Seniorenalarm ausgelöst worden. Fahrgäste hatten einen unbeaufsichtigten alten Mann auf einer Bank entdeckt, der dort offensichtlich von Unbekannten zurückgelassen wurde. Nachdem eine junge Frau den Bahnhofsvorsteher informiert hatte, ließ dieser den Bahnhof sofort von zwei Putzfrauen räumen. Die sofort informierte Sondereinheit eines Sprengkommandos, untersuchte den Greis mit einer Röntgenkamera, und entschied sich aufgrund des Ergebnisses für eine sofortige Sprengung. „Wir müssen an die soziale Sicherheit der Menschen denken. Deshalb habe ich die Sprengung angeordnet. Ein einsamer Greis und kranker Greis, offensichtlich ohne Angehörige, was denken Sie, was der das deutsche Sozialsystem kostet?“, fragt mich der etwa 30-jährige Einsatzleiter des Sprengkommandos, „das sind doch Sozialterroristen, die
saugen unser System komplett aus. Deshalb haben wir die Anordnung von ganz oben, sofort zu sprengen, wenn soziale Gefahr im Verzug ist,“ rechtfertigt der Fachmann seine Entscheidung. Ich bin geschockt, und ziehe derweil in Gedanken versunken meinen Personalausweis aus der Tasche, sehe auf mein Geburtsdatum, und frage mich, ob ich mich nicht vielleicht auch besser gleich auf die Schienen legen soll. Vielleicht lautet dann die nächste Ansage im Bahnofslautsprecher: "Treten Sie bitte zurück, auf Greis 1 fährt in wenigen Minuten der Zug ein. Für Blutspritzer auf Ihrer Kleidung wird keinerlei Haftung übernommen!"