Folgenschwerer Unfall durch nächtliches Bootsrennen auf der Bundesstraße B27

Mit Vollgas ging es vergangene Nacht
über die B27 bei Balingen.
Balingen (brez) – Bei einem illegalen Bootsrennen auf der Bundesstraße B27, kam es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf Höhe der Abfahrt-Engstlatt, zu einem folgenschweren Unfall. Mit ihren selbstgebauten Rennbooten lieferten sich drei Männer im Alter zwischen 62 und 83 Jahren ein illegales Bootsrennen, indem sie die tiefen und mit Regenwasser gefüllten Spurrillen der Bundesstraße als Wasserweg nutzten. Bei einem gewagten Überholmanöver geriet eines der Boote auf den blanken Asphalt und überschlug sich, dabei trafen Teile des explodierenden Bootes die anderen beiden. Diese gerieten daraufhin aus der Spur, und prallten gegen die Leitplanke. Eines der Boote wurde von der Mittelleitplanke abgelenkt, und landete kopfüber auf der Gegenfahrbahn, wo sich ein entgegenkommender Windsurfer und ein Kajak-Fahrer gerade noch auf den Strandstreifen hinter einen Sonnenschirm retten konnten.
Dort wurden sie von Rettungsschwimmern unverletzt geborgen. Alle zwei kamen mit dem Schrecken davon. Die drei Rennkapitäne stammen alle aus dem Zollernalbkreis und hatten weder einen gültigen Bootsführerschein, noch eine Zulassung für ihre Boote. Zwei weitere Männer im Alter von 69 und 72 Jahren befinden sich noch mit ihren Traktoren auf der Flucht – sie haben während des Rennens dafür gesorgt, dass die Bundesstraße zwischen Hechingen und Balingen für den Verkehr gesperrt war, indem sie alle Aus- und Abfahrten mit großen, runden Strohballen blockierten. Im Internet konnte man bereits seit Wochen auf die Platzierungen und den Gewinner des Bootrennens wetten. Die drei Bootsführer wollten sich mit dem Rennen vermutlich ihre Rente aufbessern. Leider trug keiner der Rennkapitäne eine Schwimmweste, deshalb wurden alle drei mit Verdacht auf Aquaplaning in den Lungen, in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert. Dort wurden ihnen ihre mit schmutzigem Regenwasser gefüllte Lungenflügel ausgepumpt. Bis sie wieder vernehmungsfähig sind, werden ihre Krankenzimmer von Sondereinheiten der Wasserschutzpolizei in Gummibooten bewacht. Da der Unfall große Wellen schlug, hatten die Feuerwehren aus den angrenzenden Gemeinden alle Hände voll zu tun, um einen Asphalt-Tsunami zu verhindern.