Brezelinger wollen als erste Schwaben auf den Mond

Die nächtlichen Übungsflüge der schwäbischen
Amateur-Weltraum-Wissenschaftler, kann man 
sogar vom Mond aus mit bloßem Auge sehen.
Brezelingen / Mond (brez) - Nachdem nun auch die Chinesen bereits erfolgreich zum Mond geflogen sind, fühlen sich neun Brezelinger Bastler herausgefordert. Fünf Jungs vom Tuning-Club „Bordstein-Knutscher“ und vier Herren vom Modellflugverein „Die holden Aufsteiger“, haben sich bereits vor Monaten zusammengefunden, um den Asiaten Paroli zu bieten. Gemeinsam wollen sie den ersten Brezelinger noch vor Ostern 2014 zum Mond fliegen lassen. Leider sind die Planungen streng geheim und werden nicht einmal am Stammtisch besprochen. Deshalb sind diese Informationen hier, nicht bestätigte Angaben von Brezelinger Klatschmäulern (auch Schwäbischer-Geheimdienst genannt). Gerüchten zufolge sind vor zwei Monaten bei drei Brezelinger Bauern insgesamt vier Güllefässer gestohlen worden. Bei einem Autohändler im Nachbarort wurde in derselben Zeitspanne ein ausrangierter Campingbus entwendet, und bei einem Baustoffhändler einige Paletten mit Wellblech. Laut einer Brezelinger Putzfrau, die im zuständigen Katasteramt die Akten abstaubt, wurde anscheinend vor vierzehn Tagen ein neues Industriegebiet namens „Cape Brezel“ auf den Namen einer unbekannte Organisation eingetragen. 

Also bitte, hier muss man doch nur noch eins und eins zusammenzählen! 

So wie es scheint, sind die schwäbischen Wissenschaftler kurz vor dem Durchbruch. In den letzten Nächten hörte man bereits immer wieder lautes Dröhnen und Knallen aus diesem neuen Industriegebiet hinter dem Brezelinger Bannwald. Auch von hellen Lichtblitzen in der Nacht, wurde schon berichtet. Unter vorgehaltener Hand erzählt man sich, dass bereits die ersten Testflüge stattgefunden hätten. Auch Erwin wäre anscheinend irgendwie in die ganze Sache verwickelt. Da er ja bekanntlich bei der Müllabfuhr arbeitet, hätte er angeblich gute Connections zu einer großen Biogasanlage aus der näheren Umgebung. Von dort soll auch der Treibstoff für die schwäbische Mondrakete stammen. Im Gegenzug wäre ihm von den Brezelinger Weltraumforschern zugesichert worden, dass sie seine Erna als erste schwäbische Frau zum Mond schicken würden. Das soll er einem Kollegen in der Vesperpause zugeflüstert haben. 

Ihr wird er aber erzählen, dass sie über Ostern gemeinsam nach Mallorca fliegen werden. Da Erna sehr neugierig ist, und immer den besten Platz haben möchte, wird sie ohne zu zögern in die Rakete einsteigen, und gar nicht erst bemerken, dass sie die einzige Passagierin ist. Die Modellbauer sind überzeugt davon, dass sie Erna wieder sicher zurück auf die Erde bringen werden – vorausgesetzt, ihre Fernsteuerungen reichen bis zum kosmischen Nachbarplaneten. Innerlich hoffen sie jedoch ganz stark, dass Erna auf dem Mond nicht aussteigen wird. Wenn eine schwäbische Hausfrau so viel Staub und Dreck sieht, könnte es durchaus sein, dass sich das schwäbische Hausfrauen-Temperament gegen jegliche Vernunft durchsetzt, und Erna aus der Rakete steigt, um dort oben Kehrwoche zu machen. Einen Besen bräuchte sie nicht einmal - zur Not würde sie ihr Toupet benutzen. Das hat sie am Strand von Mallorca auch schon mal so gemacht. "Aber selbst wenn meine Erna aussteigen sollte, wird sie vor lauter Fluchen gar keine Zeit zum Atmen haben", beruhigte Erwin das Bastler-Team, "und wenn sie dort oben erst Mal so richtig anfängt zu fluchen wie ein Mondkalb, hat sie gar keine Zeit, um zu bemerken, dass es dort oben gar keinen Sauerstoff gibt". Also liebe Leser, machen Sie sich keine Sorgen um Erwin's Gattin - Erna steht das durch. Gönnen Sie lieber dem armen Erwin eine Woche Ruhe – er hätte es wirklich verdient!