Bodensee-Fischer gelingt die Zucht von Süßwasser-Fischstäbchen

Süßwasser-Fischstäbchen gehören zur
Gattung der flossenlosen Blindfische,
deshalb sind sie eine besonders leichte Beute.
Beliebt sind sie vor allem wegen ihrer, von
Natur aus, knusprigen Haut. Auf dem Foto sieht
man einen Schwarm Fischstäbchen vor der Insel
Reichenau. Dort kann man sie immer öfter im
Flachwasser des Uferbereichs beobachten.
Konstanz (brez) – Diese Nachricht lässt wohl nicht nur die Herzen und Verdauungssäfte aller Fischliebhaber in Wallung geraten: Die Zukunft der Fischstäbchen ist gesichert. - Zumindest für die Süßwasser-Fischstäbchen aus dem Bodensee. Hatten Fastfood-Gourmets bisher beim Genuss der grätenfreien Meeresfrüchte immer auch das Bild leergefischter Weltmeere vor Augen, können sie nun in Zukunft wieder den Genuss von Fischstäbchen ganz exzessiv und vor allem komplett entspannt genießen. Ab jetzt gibt es Fischstäbchen - besser gesagt Süßwasser-Fischstäbchen - aus regionaler Zucht. Verantwortlich für diese gute Nachricht ist ein ehemaliger Bodensee-Fischer aus einem Vorort von Konstanz. Stäbchen-Heinz, wie er sich selbst nennt, hat bereits jahrelang an der komplizierten Zucht von Süßwasser-Fischstäbchen gearbeitet, geforscht und viel herumexperimentiert. Bisher ist es nämlich noch niemandem gelungen, die äußerst sensiblen und bisher extrem seltenen Süßwasser-Fischstäbchen, die nur in Bodenseewasser überleben können, in Gefangenschaft nachzuzüchten. 
Bis vor wenigen Jahren war man sogar noch der Meinung, dass die Süßwasser-Fischstäbchen vom Bodensee bereits vor Ankunft der Römer ausgerottet wurden. Erst in den neunziger Jahre wurde zufällig ein kleiner Schwarm vor der Insel Reichenau wiederentdeckt. Im Gegensatz zu ihren Artgenossen aus dem Meer, werden die Fischstäbchen im Bodensee bis zu einem Meter lang und erreichen dabei fast ein Gewicht von 60 kg. Das liegt daran, dass es im Bodensee ein Fangverbot für zu kleine Fischstäbchen gibt. In den Weltmeeren gibt es ein solches Verbot leider nicht.

Der frühpensionierte Fischer hat inzwischen unzählige Nachfragen von Kunden aus aller Welt, die seine Bio-Fischstäbchen unbedingt haben wollen. „Ich bin gerade am Erweitern der Aufzuchtbecken“, erzählt Heinz, „danach möchte ich irgendwo am Ufer des Bodensees noch ein oder zwei Fischrestaurants mit einem Swim-In eröffnen - damit auch Schwimmer und Bootfahrer ganz einfach in den Genuss meiner Delikatessen gelangen können. 
Und bei Bodensee-Ebbe, bei Bodensee-Ebbe werden wir an unserem Swim-In hungrige Watt-Wanderer bedienen.“ 

Anm. der Redaktion: Wir lassen den begeisterten Heinz im Glauben, dass es am Bodensee Ebbe und Flut gibt - er ist gerade so gut gelaunt.

Aber auch an seinen pädagogischen Auftrag hat Heinz gedacht: “Für Kinder werde ich ein Streichelbecken mit zahmen Fischstäbchen aufstellen, damit die Kids auch mal sehen, und vor allem fühlen können, wie sich die niedlichen Fischstäbchen anfühlen, bevor sie frittiert werden.“ Wie mitfühlend Heinz doch ist! Mir stehen vor Rührung bereits Mayo & Ketchup in den Augen - jetzt fehlt nur noch der Kartoffelsalat.