Beelzebub leidet an Burnout und züchtet jetzt Bio-Gemüse

Der Teufel  hat sich in Brezelingen eine neue 
Existenz geschaffen. Auf diesem alten Foto hatte er 
noch richtig Bock, diesen hat er inzwischen verloren.
Brezelingen (brez) - 
Der Beelzebub oder wie er auch sonst noch so genannt wird, hat keinen Bock mehr auf seinen Job, und ihn deshalb an den Nagel gehängt. Mittlerweile züchtet er Bio-Gemüse und verkauft es in seinem Brezelinger Bio-Laden. Vor ca. 2 Jahren ist er in das idyllische Dörfchen auf der Schwäbischen-Alb gezogen. „Mir gehen die Ideen aus. Die Fantasie der Menschen ist um das Zigfache fruchtbarer bzw. furchtbarer als die meinige. Was die sich alles ausdenken und dann auch noch umsetzen, das hätte ich mir bei der Erschaffung der Menschen nicht einmal träumen lassen“, erzählt Satan uns in einem exklusiven Interview. „Vor mir hat keiner mehr Schiss. Da laufe ich zum Beispiel nachts durch eine deutsche Großstadt und will ein paar vorlauten Jugendlichen mal so richtig einheizen, dann schauen die mich an, als ob ich verrückt wäre“, seufzt Beelzebub. „Verpiss dich Alter, du stinkst ja voll verbrannt“, hat einer da zu ihm gesagt. Und als Satan ihm und seinen Kumpels sagte, wer er sei, lachten sie ihn nur aus. Sie kannten ihn nicht einmal. Lachend liefen sie davon und tippten eifrig weiter in ihre Handys. „Die schauen sich da Videos im Internet an, da sehe ich mit meinen Taten absolut alt aus“, ergänzt Satan seine Ausführungen. Deshalb hätte er sich auf's Land zurückgezogen und lebt jetzt wie die Menschen. „Vielleicht kann ich da ja noch etwas lernen, wenn ich anfange zu denken wie sie!?“, beschreibt er seine Motivation, als Bio-Gemüse-Landwirt zu arbeiten. Er fährt fort: „Aber eigentlich gefällt es mir hier auch zunehmend sehr gut, und es macht mir auch sehr viel mehr Spaß, denn Menschen einfach nur zuzuschauen, als selbst aktiv zu werden. Ich glaube, ich bin einfach zu alt für den ganzen Scheiß. Keine Ahnung wie mein Kollege GOTT das macht. Woher er immer noch die Lust nimmt?“ Auf die Frage, ob er vielleicht an einem Burnout leidet, lächelt er und sagt: „Schon sehr, sehr lange, ja. Das Feuer in mir ist aus, auch das in der Hölle - das zündet keiner mehr an. Und bei der zunehmender Verknappung der Energien, war es eh nur noch eine Frage der Zeit, bis die Hölle insolvent gewesen wäre.

Ob es Gott wohl ähnlich geht wie Satan, fragen wir uns. Und als wir den alten Beelzebub fragen, ob es für ihn in Ordnung wäre, wenn wir auch noch Gott zum Gespräch bitten würden, stimmt Satan sofort zu. „ Ich habe ihn schon eine Weile nicht mehr gesehen.Wäre toll, mal wieder zusammen mit ihm über die Zukunft der Menschheit zu diskutieren“, ermutigt Satan uns und gibt uns sogar die Privatnummer von Gott, die nur Wenige besitzen. Als wir anrufen, geht Gott gleich ran und ist nach wenigen Augenblicken bei uns. Die Atmosphäre ist friedlich und entspannt. Gott begrüßt uns alle mit Handschlag, auch den Teufel. Es scheint so, dass die Beiden sich recht gut leiden können. „Wissen Sie, das ist zwischen uns beiden genauso wie in der Politik. Alles nur Schauspielerei, aber das beeindruckt die Menschen nicht mehr. Satan und ich haben damals das Unternehmen Mensch gemeinsam gegründet. 

Ich habe schon bei der Erschaffung des Menschen wohlweislich ein Selbstzerstörungs-Gen eingepflanzt, dass ja auch vorzüglich funktioniert. Satan war zuerst dagegen, hat sich dann aber doch noch überzeugen lassen. Eigentlich interessiert mich das Modell Mensch schon lange nicht mehr. Für mich ist das Projekt bereits ausgelaufen“, erzählt Gott gleichmütig aber freundlich. Er blickt zu Satan und dieser nickt ihm aufmunternd zu, als er fortfährt: „Satan und ich haben bereits in anderen Dimensionen ganz neue Projekte und Ideen realisiert. Deshalb bin ich auch nur noch ganz selten hier. Es reicht doch wenn Satan hier ist, er passt teuflisch gut darauf auf, dass die Selbstzerstörung der Menschheit wie geplant vonstatten geht.
Gott winkt zum Abschied, bevor er uns 
wieder verlässt, um sich um seine neuen
Projekte in anderen Zeit- und 
Raumdimensionen zu kümmern.
 Auf unsere Frage, was er denn so von seinem Bodenpersonal halte, krümmt sich Gott vor Lachen. „Das ist die witzigste Anekdote der Menschheitsentwicklung“, prustet er, bevor er nach Luft japsend fortfährt: „ Ich habe mit denen genauso viel bzw. so wenig zu tun, wie mit Ihnen“, prustet der äußerst vital wirkende Schöpfer, „ die agieren in meinem Namen und zahlen nicht einmal Lizenzgebühren an mich. Aber von ihren Mitmenschen kassieren sie gewaltig ab. Und dann gibt es noch einen, denn sie meinen Stellvertreter nennen. Also da muss ich meinem Kollegen Teufel schon recht geben. Die Fantasie der Menschen ist anscheinend wirklich grenzenlos, aber ihre Intelligenz ist zum Glück kaum erwähnenswert. Ich bzw. Satan und ich, wir haben die Menschen mit Absicht mit einer sehr geringen Intelligenz ausgestattet. Zu was auch? Früher hatte Satan einen großen Spaß daran, von ihm manipulierte Menschen in mein sog. Bodenpersonal einzuschleusen. Ich sollte sie dann ausfindig machen. Irgendwann wurde mir das Spiel aber zu langweilig und wir haben sie dann nicht mehr herausgepickt. Aber anscheinend haben sie sich recht gut vermehrt“, stellt Gott seine Beziehung zu seinem Bodenpersonal dar. „So, jetzt muss ich aber wieder weiter zu meinen neuen Projekten. Wenn Sie also keine Fragen mehr haben!?“, fügt er mit einem fragenden Blick hinzu. 
Wir haben im Moment keine Fragen mehr, und so verlässt uns Gott, wie er gekommen ist. Satan jedoch sitzt immer noch nachdenklich vor uns, und als er sich verabschiedet, verlässt er uns mit folgendem Satz: „Ich glaube ich vermisse Gott. Wenn es in Brezelingen nicht so wunderschön wäre, dann hätte ich die Erde auch schon längst hinter mir gelassen, und wäre mit ihm gegangen. Aber es ist ja nur noch eine Frage der Zeit, dann ist auch das hier alles Geschichte!“ Obwohl das Feuer der Hölle aus ist, bleibt doch ein leichter Geruch von Schwefel zurück ...